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Kunstkarte zum Gemälde von KARL GEHRI (1850–1922):

 

Das böse Gewitter, um 1915 Öl auf Malkarton, 54 × 40 cm


Text zum Gemälde (auf der Rückseite der Kunstkarte) von Karl Gehri geschrieben:


Das böse Gewitter

Karl Gehri um 1915

 

Der Teufel soll den reiten

In alle Ewigkeit,

Der Schuld war an dem Kriege,

An diesem Kampf und Streit.

 

Er soll den Zeddel halten

Ihm vor das Angesicht

Von diesem Völkermorden

Und seinem Strafgericht.

 

Der Satan mög ihn würgen

Zu aller Zeit halb todt,

Und seine Haare brennen

Aus lauter Angst und Noth.

 

Wie Nägel in dem Kopfe

Soll schmerzen ihn sein Thun,

Der Dolch in seinem Herzen

Ihn lassen niemals ruhn.

 

Dass Schlangen ihn umwinden

Wo er geh und steh

Die ihn furchtbar beissen

Umsonst um Gnad er fleh.

 

Sein Geld mög er verlieren

Dass er an sich zog,

Er hat die Straf verdienet –

Weil andre er betrog.

 

Der Anblick soll ihn schrecken,

Der Opfer grosse Zahl,

Er soll die Hölle schmecken

Mit ihrer ew’gen Qual.

 

Die Zeit wird uns belehren

Wer schuld am Kriege war,

Der schrecklich thut verfahren

Europa bald ein Jahr.

 

Die Mütter, Frauen, Kinder

Wo schreien um ihr Brod,

Sie fluchen all dem Sünder

Der sie gebracht im Noth.

 

Wer ist wohl dieser Eine

Wo aufbeschwor dies Leid?

Man glaubt es sei kein andrer

Als der «gelbe Neid».

K#12: Das böse Gewitter (Karl Gehri, um 1915)

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