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GEHRI Franz Wilhelm,
geboren am 15. April 1882 in Seedorf (BE), verstorben 18. Februar 1960
im Hasliberg.
Maler,
Zeichner und Radierer. Landschaften, ländliche Genreszenen,
Akte und Porträts. Illustration.
1914 fand der Künstler bleibende Heimstatt in Hohfluh auf dem Hasliberg, wo er sich mit Elsa Bannholzer verheiratete.
Im Atelier seines Vaters Karl
Gehri
in Münchenbuchsee fand Franz Gehri frühe Anregung und
Förderung seines zeichnerischen Talents. Unter väterlicher
Leitung erhielt er seine erste richtige Schulung im Zeichnen. Er
besuchte später die Kunstgewerbeschule in Bern und wurde
anschliessend an der Münchner-Kunstakademie aufgenommen. Durch
seinen Lehrer Peter Halm fand er dort bedeutende Förderung und
Klärung seines Schaffens. Nach erfolgreichem Abschluss
ermöglichte ihm ein Bundesstipendium einen Jahresaufenthalt in
Paris. Die Bilder jener Zeit zeigen noch die gedämpfte Farbigkeit eines ruhigen gemässigten Realismus.
Danach
widmet sich Franz Gehri noch einmal ganz der Radierkunst. Die
Begeisterung für die Schwarz-Weiss-Kunst hatte ihn dermassen
ergriffen, dass er draussen in freier Natur spontan Landschaften auf
die Kupferplatte radierte. Die Radierungen erregten Aufsehen, waren
geschätzt und fanden den Weg in Sammlungen &
Kupferstichkabinette.
Eine
Italienreise, welche bis nach Neapel hinunterführte, brachte
seinem Schaffen eine neue Dimension. Als Maler entwickelt er sich
nun von einer frohen, durchlichteten naturalistisch tingierten
Farbgebung zu beherrschter, kontrastkräftiger Farbigkeit. Er
findet seinen von breiten, formbestimmten Pinselstrichen
geprägten Malstil, der leuchtende, frische Farben bevorzugt und
zugleich eine umfangreiche hell-dunkel Gestaltung aufweist.
In
Tagebuchaufzeichnungen, Bemerkungen und Aufsätzen suchte sich
Franz Gehri immer wieder Rechenschaft über seine Stellung zu
Mitmenschen, Welt und über sein Schaffen zu geben. Alle diese
Ausführungen sind geprägt von einem Bedürfnis nach dem
massvoll Ausgeglichenen, nach einer Gesinnung, die heiter-ernste
Lebensfreude und Lebensbejahung gewährt: "Über meine Kunst
habe ich wenig und nichts zu sagen - sie dient mir dazu, das Leben, die
Natur mit ihrer Gesetzlichkeit, ihren Analogien kennenzulernen und zu
verstehen. Natur und Geist - weshalb erfreue ich mich an der Harmonie -
weshalb lösen Farben und Formen immer von neuem freudige und
dankbare Gefühle aus? ... je tiefer wird der Sache
nachspüren, umso lebenswerter ist unser Dasein".
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